PRIX LIGNUM 2012 National: Gold für die Berner Mutzen

NATIONALE PREISVERLEIHUNG PRIX LIGNUM 2012
GOLD FÜR DIE BERNER MUTZEN

Aus 15 Rängen von fünf Grossregionen vergibt die nationale Jury des Prix Lignum 2012 drei Preise: GOLD, SILBER und BRONZE. GOLD geht an das Bären-Waldhaus in Bern, SILBER an das Wohn- und Gewerbehaus Badenerstrasse in Zürich und BRONZE an das Grand Resort Bad Ragaz. Der Prix Lignum zeichnet den besonders hochwertigen und zukunftsweisenden Einsatz von Holz in Bauwerken, im Innenausbau, bei Möbeln und bei künstlerischen Arbeiten aus.

Von der Brücke bis zum Stuhl waren für den Prix Lignum 2012 alle Arten von Objekten zugelassen – einzige Bedingung: Das Werk musste zwischen 1.1.2007 und 31.3.2012 realisiert worden sein und seinen Standort in der Schweiz haben. 342 Projekte wurden schweizweit eingereicht.

Das BärenWaldhaus des Tierparks Dählhölzli in Bern würdigt die nationale Jury des Prix Lignum 2012 mit GOLD. Der Architekt Patrick Thurston hat ein Haus geschaffen, das weit mehr als ein Dach über dem Kopf bietet. Stein und Holz bilden Räume, die ihre Besucher auf die urtümliche Kraft der Bären hinter der Glasscheibe einstimmen.

Seinen archaischen Charakter bezieht der Bau aus einer überraschenden Konstruktion: Dicke Trockenmauern aus Naturstein und Wände aus massiven Holzblöcken tragen ein hohes Holzdach in Strickbau. Durchlaufende Holzbinder in beiden Richtungen stabilisieren die Wände und bilden ein schönes, konstruktiv begründetes Ornament auf der Oberfläche. Jenseits bauphysikalischer Normen bieten die Räume eine Behaglichkeit, die sich mit allen
Sinnen erfahren lässt: Die dicken Wände schützen vor Wind und Kälte, das naturbelassene
Holz verströmt einen angenehmen Geruch. Das Zusammenspiel der beiden Materialien ist
aber auch technisch wegweisend: Es zeigt Wege der Holzverwendung jenseits der Konventionen auf: Roh statt veredelt, massiv statt stabförmig, stehend statt liegend belastet.

SILBER erhält das Wohn- und Gewerbehaus an der Badenerstrasse in Zürich, welches eine der ersten sechsgeschossigen Wohnbauten aus Holz in der Schweiz und mitten in der Stadt steht. Dass es sich um einen Holzbau handelt, sieht man dem Gebäude nicht an – der Brandschutz verlangt, die Holzkonstruktion feuerfest einzupacken. Doch erreichten die Architekten mit der Fassadenverkleidung aus Glasfaserzement mehr als das: eine selbstverständliche Integration in der städtischen Umgebung mit ihren vorwiegend mineralischen Fassaden. So kann sich der Holzbau in Zukunft für eine zurzeit wichtige Bauaufgabe etablieren, den städtischen Wohnungsbau.

Mit BRONZE gewürdigt wird das Grand Resort Bad Ragaz im Kanton St. Gallen. Inmitten einer gepflegten Parklandschaft stellt der Neubau der Tamina-Therme mit seiner inszenierten Monumentalität einen eigenständigen Beitrag dar. Der Bau präsentiert sich als formal opulenter, reiner Holzbau. Im Innern überzeugt er mit einer lichtdurchfluteten, strahlend weissen Raumstruktur von illusionistischer Kraft.
Vertikal gestellte, ovale Fenster geben surreal anmutende Ausblicke frei auf die Mammutbäume im Park. Konstruktiv entschlüsselt sich die Struktur erst auf den zweiten Blick. Geschickt verblendet ein ungerichtetes Raumgitter aus Stützen und Unterzügen das im Dachraum verborgene horizontale Tragsystem. Der konstruktive Holzbau erscheint folgerichtig und die Verwendung von sichtbaren Holzoberflächen überaus schlüssig. Mit Holz lassen sich derart dimensionierte Stützen, Deckenroste und Fassadenelemente ökonomisch vorfabrizieren und transportieren. Raffiniert erfolgt die Horizontalaussteifung nur mittels der eigenwilligen Formgebung der Stützen. Die gesamte Konstruktion über Wasser bauten die Verfasser in Holz, das Material zieht sich sogar bis in die Gestaltung der
Leuchten. Weiss gestrichen, evoziert das Holz Vorbilder wie Piers oder Strandkabinen und
vermag den Gast in eine Stimmung von Erholung und Urlaub zu versetzen.

Der Verlag Hochparterre gibt ein Sonderheft in drei Sprachen über den Prix Lignum 2012 heraus. Es erscheint als Beilage zum Hochparterre No. 10/2012 und stellt alle 50 Preisträger vor.

Als Ergänzung zum Sonderheft gibt der Verlag Hochparterre die App „Prix
Lignum 2012. Holzbauten ab 2007“ für iPhone und iPad heraus.
Die App kann unter http://itunes.apple.com/ch/app/prix-lignum-2012/id557171099?mt=8 bezogen werden.

Alle eingereichten Projekte zum Prix Lignum 2012 werden auf der Homepage
www.prixlignum.ch präsentiert.

Nationale Ausstellungen Prix Lignum 2012
28.9. – 18.10.2012: Umweltarena Spreitenbach
8.11. – 11.11.12: Hausbau- und Energiemesse Bern

Informationen zum Prix Lignum 2012
Der Prix Lignum 2012 wird auf nationaler Ebene am 27. September 2012 in Zürich vergeben. Am 28. September 2012 folgen die regionalen Preisverleihungen in fünf Preis-Regionen. 342 Arbeiten wurden schweizweit eingereicht, aufgeteilt auf fünf Regionen der Schweiz: West (61), Mitte (33), Nord (78), Ost (98) und Zentrum inkl. Tessin (73). Pro Region legte eine
Jury je einen 1., 2. und 3. Rang sowie bis zu neun Anerkennungen fest. Aus den Rängen der Regionen kürte die nationale Jury GOLD, SILBER und BRONZE.

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